Der Karlsplatz (Stachus) in München



Die beiden Namen Karlsplatz und Stachus für denselben Platz beruhen darauf, dass die Münchener Bevölkerung den offiziellen Platznamen Karlsplatz grundsätzlich nicht verwendet, sondern nahezu durchgehend vom Stachus spricht. Tatsächlich ist Stachus zugleich im Volksmund die ursprüngliche Bezeichnung für den im Zentrum gelegenen Platz, dieser geht vermutlich auf einen Eustachi genannten Wirt und dessen gleichnamige Gastwirtschaft zurück. Die ursprüngliche offizielle Platzbezeichnung lautete Neuhauser-Tor-Platz und Karls-Thor-Platz (nicht Karlstorplatz). Ende April 1792 wurde der Platz offiziell in Karlsplatz umbenannt. Die Münchener Bürger schätzen den Pfälzer Kurfürsten nicht und sprachen weiterhin vom Stachus. Dieser Name hat sich für den Platz bis heute gehalten und wird auch in der Bezeichnung des U-Bahnhofes verwendet, während die S-Bahn den Bahnhofsnamen München-Karlsplatz bevorzugt. Zugleich fahren die meisten Münchener Straßenbahnlinien den Karlsplatz (Stachus) an. Das Stachusbauwerk dient nicht nur der Verkehrsführung von U-Bahnen und S-Bahnen, sondern ist zugleich das größte unterirdische Einkaufszentrum Europas. Das Passimeterhäuschen diente ursprünglich der Kontrolle der Fahrausweise beim Zugang zur Bahn, welche in München jedoch nur kurzzeitig stattfand. Während die meisten der entsprechenden Häuschen heute abgebaut sind oder als Kiosk genutzt werden, nutzen heute ehrenamtliche Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe ein Passimeterhäuschen für die Beratung von Fahrgästen. Neben den Einkaufsmöglichkeiten im Bahnhof Karlsplatz (Stachus) befinden sich rund um den Platz zahlreiche weitere Geschäfte, zudem liegt der Marienplatz als Mitte der zentralen Münchener Fußgängerzone in der Nähe.
Karlsplatz (Stachus) in MünchenBlick auf den Karlsplatz (Stachus) im Münchner Zentrum
Karlstor in MünchenBlick auf das Karlstor
Einer der beliebtesten Treffpunkte auf dem Münchener Karlsplatz (Stachus) ist der 1970 angelegte Springbrunnen. Während der Nachtstunden strahlen achtundzwanzig Leuchter den Brunnen an. Ursprünglich reichte der Alte Botanische Garten bis an den Stachus heran. Dieser Teil des Gartens wurde jedoch von 1890 bis 1897 mit dem Justizpalast bebaut. Von außen sehenswert ist die Glaskuppel des Münchener Justizpalastes am Stachus, in den Innenräumen ist die Ausstellung zu den Prozessen gegen die Mitglieder der Weißen Rose sehenswert. Des Weiteren finden in unregelmäßigen Abständen Sonderausstellungen zur Justizgeschichte statt. Ebenfalls bemerkenswert sind die Statue der Justitia und die Verzierungen in den Treppenhäusern. Während der Justizpalast früher auch Schauplatz bedeutender Strafprozesse war, dient er heute als Sitz des bayerischen Justizministeriums sowie als Gerichtsort für Zivilprozesse. Vom Karlsplatz (Stachus) aus bietet sich dem Besucher ein Blick auf das Karlstor. Dieses enthält ein Denkmal für Herbert Jensen als Initiator der Münchener Fußgängerzone sowie die ursprünglich für den Fischbrunnen auf dem Marienplatz geschaffenen Statuen dreier musizierender Kinder. Die meisten rund um den Stachus gelegenen Gebäude wurden zwischen 1796 und 1892 errichtet und einhundert Jahre später aufgestockt. Ihre Bauweise erinnert an italienische Palazzi. Im Gegensatz zu den anderen Gebäuden wurde das Hotel Königshof nach dem Krieg nicht in Anlehnung an den Originalzustand wiedererrichtet. Das Hotel wirkt von außen schlicht, die aufwändige Innenausstattung lässt sich bereits bei einem Besuch der Lobby erahnen. Vor dem Bau der Fußgängerzone war der Karlsplatz (Stachus) eine der verkehrsreichsten Plätze Münchens, eine vergleichbare Bedeutung hat er heute für den Fußgängerverkehr. Auch der S- und U-Bahnhof Karlsplatz (Stachus) gehört zu den verkehrsreichsten Stationen Münchens.







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