Der Englische Garten in München



Der Grundgedanke der Anlage des heutigen Englischen Gartens bestand darin, Soldaten mit der Landwirtschaft vertraut zu machen und ihnen die Gelegenheit zur Erholung an freien Tagen innerhalb der Garnisonsstadt zu ermöglichen. Englische Gärten unterscheiden sich von barocken oder französischen Gärten durch die geringere gartenbauliche Gestaltung, so dass die Natur stärker zur Geltung kommt. Die Einweihung des Englischen Gartens als für alle Bürger zugängliche Grünanlage erfolgte 1792. Auch heute ist der Park jederzeit und kostenfrei zugänglich. Eine reizvolle Weise zur Entdeckung der Gartenanlage bietet die Teilnahme an einer Kutschenfahrt. Die Anfahrt ist über unterschiedliche U-Bahnhöfe wie Dietlindenstraße und Thiemstraße bei kurzen Fußwegen sowie mit dem Bus möglich. Die Stadtwerke planen zudem, künftig eine Straßenbahnlinie durch den Englischen Garten zu führen, wozu auf Grund der Nichtzulassung einer Oberleitung aus Denkmalschutzgründen die Anschaffung von Bahnen mit Energiespeicher erforderlich wird. Die Stadtautobahn teilt mit dem Isarring den Park in zwei Teile, wobei der kleinere Parkteil im Norden näher am Stadtzentrum liegt und die meisten Besucher aufweist. Der südliche Teil ist jedoch größer und trägt auch den Namen Hirschau. Langfristig ist eine Wiedervereinigung des gesamten Englischen Gartens geplant, indem die Stadtautobahn teilweise unter die Erde verlegt wird. Die Hirschau ähnelt einem weitgehend ruhigen Stadtwald und bietet Fußgängern am Stauwerk Oberföhring eine Überquerungsmöglichkeit der Isar, um in den gleichnamigen Stadtteil zu gelangen. In der Öffentlichkeit ist der Englische Garten als Ort der Freikörperkultur inmitten einer Innenstadt bekannt. Tatsächlich ist das Nacktbaden und Nacktsonnen nach anfänglichen Querelen in einem Teil des Gartens gestattet und dort beliebt.
Englischer Garten in MünchenDer Englische Garten in München
Surfer schätzen im Englischen Garten vor allem die hohen Wellen im Eisbach. Das Schwimmen in den Bächen ist zwar formal verboten, wird aber grundsätzlich stillschweigend geduldet. Am Kleinhesseloher See können Besucher des Englischen Gartens Tretboote und Ruderboote mieten, des Weiteren befindet sich im Seehaus eine Gaststätte. Beim See steht auch das Denkmal für den Gartengestalter Friedrich Ludwig von Skell. Der Englische Garten dient nicht nur Spaziergängen und dem Ausruhen auf der Liegewiese, sondern bietet auch kulturelle Erlebnisse. Während des Julis finden beinahe täglich Aufführungen im Amphitheater an, zu denen der Eintritt frei ist. Das Rumfordhaus wird heute vom Kreisjugendring als Natur- und Kulturtreff genutzt. Am Rande der Parkanlage liegt das Münchener Haus der Kunst, wo Wechselausstellungen gezeigt werden. Das japanische Teehaus ist regelmäßig Veranstaltungsort einer traditionellen Teezeremonie und alle drei Jahre Gastgeber eines japanischen Festes. Der Monopteros wurde 1836 fertiggestellt und stellt mit seiner Höhe von sechzehn Metern einen Blickfang dar. Ursprünglich sollte das Gebäude der Ehrung verdienter Politiker Bayerns dienen, diese Funktion besteht heute nicht mehr. Die Pagode im Englischen Garten trägt den Namen Chinesischer Turm. Unmittelbar neben ihr befindet sich ein sehenswertes Kinderkarussel, dessen Aufbau der Biedermeierzeit entspricht. Für eine Erfrischung im Englischen Garten bietet sich der Besuch des bei der Pagode gelegenen Biergartens an. Während der Adventszeit findet an dieser Stelle ein kleiner und gemütlicher Christkindlmarkt statt.
Chinesischer Turm im Englischen Garten in MünchenDer Chinesische Turm im Englischen Garten in München
Rundtempel im Englischen Garten in MünchenDer Rundtempel im Englischen Garten in München








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